Bilfinger Maintenance GmbH

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Konstruktion, Fertigung und Montage

Bilfinger Maintenance errichtet neuen Herdofenkoks-Gegenstromadsorber für Infraserv GmbH & Co. Höchst KG im Industriepark Höchst.

Konstruktion, Anfertigung und Montage innerhalb von nur 34 Wochen

In der Rückstandsverbrennungsanlage im Industriepark Höchst werden flüssige Produktionsrückstände, Gase oder problematische staubförmige Abfälle umweltfreundlich entsorgt. Für den Neubau des fünften Gegenstromadsorber erhielt die Bilfinger Maintenance im April 2016 den Auftrag zur Fertigung und Montage eines rund 60 Tonnen schweren Herdofenkoksadsorbers mit einem Volumen von rd. 250m³.

Der Terminplan zur Realisierung war ambitioniert, konnte aber durch  Konstruktions-kompetenz und eigenes Maschinenequipment sichergestellt werden, so dass die Fertigstellung nach einer Konstruktions- und Bauzeit von nur 34 Wochen Ende November 2016 planmäßig realisiert werden konnte.

Aufgeteilt in vier Sektionen und Baugruppen wurde der Adsorber im unteren Bereich komplett aus Edelstahl, im oberen Bereich aus unlegiertem Baustahl mit CAD in 2- und 3D konstruiert. Im Zuge der Fertigungskonstruktion und Überarbeitung der Anfragezeichnungen wurden u.a. auch Verbesserungen der Vorkonstruktion (gasdichte Verbindung der einzelnen Sektionen miteinander, Ausführung der Mannlöcher und Stutzen, Hubantrieb des Austragsrechen usw.) entwickelt, mit dem Auftraggeber abgestimmt und realisiert. Für die Konstrukteure und die Fertigung der Apparatetechnik bedeutete der straffe Zeitplan eine besondere Herausforderung, da Fertigung und Konstruktion parallel und just-in-time mit der bauseitigen Gebäudestahlkonstruktion erfolgten.

Die Zuschnitte der Haupt- und Teilsektionen erfolgte auf der werkstatteigenen Mikroplasma-Schneidanlage, dem Herzstück der Produktion im Bereich Apparatebau, mit einer 7 x 2,50m Maschinenbettgröße für Stahlblechdicken bis zu 150mm und einem 3D Rotator für Schräg- und Phasenschnitte. Mithilfe dieser Anlage wurden sowohl die Konturen der Innen- und Außenwände geschnitten als auch die Kennzeichnung der aufzuschweißenden Träger mit gleichzeitigem herausschneiden der Stutzenlöcher. Fehlerquellen beim Zusammensetzen und Verschweißen der einzelnen Bauelemente konnten somit ausgeschlossen werden.

Die Besonderheiten der Adsorber-Konstruktion befindet sich im Inneren: Rauchgase durchströmen die Herdofenkoks-Schüttung von unten nach oben. Ein ausgeklügeltes Trichtersystem im Inneren ist nötig, um eine gleichmäßige Verteilung des Herdofenkoks beim Einfüllvorgang zu gewährleisten. Des Weiteren dient ein rund 5x5m großer Abzugsrechen in der unteren Baugruppe dazu, den verbrauchten Koks abzuziehen und über den Austragskonus heraus zu transportieren. Dieser Rechen ist rollengelagert und muss dazu 100%ig ausgerichtet sein. Um die im Millimeterbereich liegenden Toleranzen des gesamten Bauwerks trotz der sehr umfangreichen Schweißarbeiten einzuhalten, mussten die Fachleute der Apparatetechnik die unvermeidlichen Schweißverzüge äußerst präzise mittels Flammrichten ausgleichen.

Nach Abschluss der Konstruktionsarbeiten im November 2016 wurden die Bausektionen über vom Werkschutz gesperrte Straßen mit Tiefladern zur Rückstandsverbrennungsanlage der Infraserv GmbH im Industriepark angeliefert und in den zeitgleich gefertigten Stahlbau montiert.Ein Höchstmaß an Präzision bedurfte dabei das Zusammenfügen der beiden Hauptsektionen in der Betriebsanlage. Hierbei wurde das 23 Tonnen schwere Oberteil  passgenau auf das 36 Tonnen schwere Unterteil positioniert. Die gasdichte Verschweißung beider Bauteile erfolgte innen- und außenseitig. 

Als beteiligte Gewerke der Bilfinger Maintenance GmbH waren bei dem Projekt dabei der Gerüstbau, EMR mit elektrischer Begleitheizung sowie für Isolierarbeiten die Bilfinger OKI Isoliertechnik.

Für Stefan Korthals, Leiter der Abteilung Fertigung Apparate- und Kunststofftechnik, waren nach erfolgreichem Abschluss der Endmontage drei Aspekte wesentlich: Sicherheit, Qualität, Termin- und Budgettreue. Trotz engem Zeitfenster wurde Arbeitssicherheit jederzeit groß geschrieben, so dass das Projekt keine Verbandbucheintragung verzeichnete. Auftraggeber und Auftragnehmer befanden sich sicherheitstechnisch immer im Dialog, besonders während der kritischen Phase der Anbindung der Rauchgaskanäle an bestehende Leitungen des Altbestands.

Perspektivisch bieten die gemachten Erfahrungen das Potential, artgleiche Adsorber in Modulbauweise vorzufertigen und, auch außerhalb des Industrieparks, zu vermarkten. Denn bereits zuvor haben sein Team und er für die Rauchgasreinigung der Schlamment-wässerungs- und Verbrennungsanlage der Stadt Frankfurt am Main vier große Festbettadsorber konstruiert, angefertigt und montiert.