Bilfinger Maintenance GmbH

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Bestnoten in der Pflicht und Kür

27.07.2016

Der Wechsel der AZK Kolonne im Vinylacetatmonomer-Betrieb bei der Firma Celanese im Industriepark Höchst Anfang Juni erforderte ein Höchstmaß an Präzision und exaktem Timing. Als eine von neun Produktionsanlagen ist der Betrieb Teil des weltweit größten Produktions- und Forschungsstandortes des Unternehmens. 

Eine aus Edelstahl gefertigte Kolonne zur Destillation von Vinylacetat war durch die jahrelange Nutzung beschädigt und musste gegen eine neue, aus hochbeständigem Stahl gefertigte Kolonne ausgetauscht werden. Die Bilfinger Maintenance GmbH wurde mit der Planung und Durchführung beauftragt.
Die Planungsphase für den Wechsel begann vor rund sechs Monaten: Das Planungsteam bestand aus Mitarbeitern von Celanese, TÜV, Riga Mainz und Bilfinger, mit Projektleiter Manfred Jautzus, als Main-Contractor. Zusammen wurde ein Konzept erarbeitet, wie der Austausch der größten Kolonne im Werk durchgeführt werden soll. Der Zeitplan sah die Durchführung sämtlicher Arbeiten im Rahmen eines Anlagenstillstandes von vier Wochen vor. Bedingt durch die Vielzahl der Tätigkeiten und um gegenseitige Gefährdungen zu vermeiden, galt es, den Terminplan exakt einzuhalten sowie die anstehenden Arbeiten teilweise in Tag- und Nachtschicht auszuführen.

Die neue Kolonne wurde Anfang des Jahres in zwei Teilen angeliefert und auf einem Vormontageplatz ausgerichtet, verschweißt und komplettiert. Das von Bilfinger beauftragte Bodengutachten ergab, dass der Stellplatz des Raupenkranes durch den Einbau und Verdichtung von ca. 250to Schotter hergerichtet und exakt ausnivelliert werden musste. Nur dadurch war es möglich, die 143to schwere Kolonne mit dem Raupenkran zu verfahren und einzuheben. Bilfinger setzte einen 650to Raupenkran mit 90m Ausleger ein, dessen Zusammenbau allein schon vier Tage dauerte. Zusätzlich wurde ein 500to Nachführkran benötigt, um die Kolonnen aufzurichten bzw. umzulegen.

Für den Antransport der über 60 Meter langen neuen Kolonne am 3. Juni mussten im Industriepark Straßen gesperrt, Bäume gefällt sowie Bushaltestellen und Straßenlaternen demontiert und versetzt werden. Denn um die neue Kolonne zur Baustelle zu befördern, war Millimeterarbeit gefragt: Komplett vorgefertigt mit allen Bühnen, Isolierung und Rohrleitungen hatte die Kolonne einen Durchmesser von 7m. Bilfinger bediente sich hierfür eines sogenannten SPMT, einem Self-Propelled Modular Transporter, sprich einer fahrbaren Plattform mit mehreren Achslinien, der die neue Kolonne punktgenau an ihrem Ziel platzierte.

Zuvor wurde die alte Kolonne zur Demontage in zwei Teile getrennt. Um die Trennarbeiten in 30m Höhe sicher durchführen zu können, waren besondere Maßnahmen wie zum Beispiel das anschweißen von Führungsschienen und Traglaschen notwendig. Das 30 Meter lange und 60 Tonnen schwere Oberteil sowie das ebenso lange und ca. 90 Tonnen wiegende Unterteil wurden an je einem Arbeitstag ausgehoben und einzeln abtransportiert.

Als zusätzliche Aufgabe musste eine außen an der Kolonne befestigte Rohrleitung (mit 45 Metern Länge und 900mm Durchmesser) abgenommen werden. Darauf wurde von den Bilfinger-Kollegen aus der Abteilung Apparatetechnik ein neuer Ausdehnungsbogen, auch Schwanenhals genannt, angebracht, um wieder an die neue Kolonne montiert zu werden. Allein das rausschneiden des alten Bogens dauerte drei Stunden - in 60 Metern Höhe!

Inklusive aller Nebenleistungen wie Stahlbau- und Apparatemontage erhielt die Bilfinger Maintenance abschließend die „In time, in budget und ohne HSEQ Ereignisse“-Bestnote. Joachim Klimek, Head of Engineering bei Celanese, bedankte sich für die erfolgreiche Abwicklung des Kolonnen-Austausches „für die sehr professionelle, zuverlässige und sichere Abwicklung. War die Belastung meiner Kollegen und Kolleginnen schon aufgrund der „Sichtbarkeit“ des Projektes, des engen Zeitplanes, des Produktionsdruckes etc. sehr hoch, konnte man aber zu jeder Zeit hohes Vertrauen in Ihre Mannschaft haben, dass die gemeinsamen Ziele auch erreicht werden. Die Maßnahmen, die eine gewisse Spontanität und Kreativität erforderten, waren aufgrund der sehr guten Vorbereitung rar gesät. Aber auch diese wurden gewohnt souverän abgewickelt. Es war wieder einmal eine Freude mit Ihnen zusammengearbeitet zu haben. Dieses Projekt bietet in jedem Falle gute Argumente für weitere gemeinsame Projekte.“

      
Die Kollegen der Schwermontage können aber auch ganz anderes:

Für die Galeria Kaufhof im Main Taunus Zentrum waren Spezialleistungen ganz anderer Art gefragt: Die Kaufhof Spielzeugabteilung befindet im 3. Stock und ist lediglich über das Treppenhaus erreichbar – und genau dorthin transportierten Fernando Valencia und Darko Ivic mit ihren Kollegen eine fast fünf Meter lange und über 200 Kilo schwere Dekorationsfigur eines Tyrannosaurus aus hochwertigem Glasfaserkunststoff – ohne jeglichen Kratzer.

 

Der T-Rex und die Kollegen der Bilfinger Maintenance Schwermontage: Fernando Valencia, Darko Ivic, Nikolaj Seibel und Dejan Ivic (v.l.n.r.)